Solarpanel

Energieausweise

Transparenz für Mieter und Käufer

Der Energieausweis beschreibt den Energiestandard eines Gebäudes. Die neueren Versionen enthalten Effizienzklassen, wie man sie von vielen Elektrogeräten kennt. Die Skala reicht von A+ bis H, wobei die Klassen A und B etwa zukünftigem Neubaustandard entsprechen. 

Der Ausweis soll neuen Mietern oder Kaufinteressenten helfen, künftige Energiekosten und den Wohnkomfort besser abzuschätzen. Daher muss der Energiestandard auch In kommerziellen Vermiet- und Verkaufsanzeigen angegeben werden. Bei der Besichtigung einer Wohnung oder eines Hauses ist er zudem unaufgefordert vorzulegen. 

Wer Wohneigentum selber nutzt oder bestehende Mietverträge fortführt, braucht bislang keinen Energieausweis.

Es gibt ihn in zwei Varianten: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis. Sie unterscheiden sich in der Art, wie die Energiekennwerte erfasst werden.

 

Bedarfsausweis

Für den Energiebedarfsausweis ist eine solide Bestandsaufnahme von Gebäudehülle und Anlagentechnik notwendig. Anhand der Werte wird der Gesamtenergiebedarf berechnet.  Der Ausweis gibt zudem Modernisierungstipps und ermöglicht einen direkten Vergleich hinsichtlich der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden.

Verbrauchsausweis

Der Verbrauchsausweis beruht auf dem tatsächlich gemessenen Energieverbrauch und ist daher durch das individuelle Nutzverhalten der Bewohner beeinflusst. Basis sind unter anderem die Verbrauchsdaten von mindestens drei aufeinander folgenden Abrechnungsperioden. Er soll wie der Bedarfsausweis Vergleichswerte und Modernisierungsempfehlungen enthalten.

Wer braucht welchen Ausweis?

Welcher Ausweis Verwendung findet, richtet sich nach Größe und Baujahr des Gebäudes.

Für Neubauten und umfassende Sanierungen im Bestand ist immer ein Energiebedarfsausweis Pflicht.

Für Wohngebäude mit bis zu vier Wohnungen, die auf der Grundlage der WSVO 1978 oder später errichtet wurden, besteht Wahlfreiheit zwischen dem bedarfs- und verbrauchsorientierten Ausweis. Für Wohngebäude mit mehr als vier Wohnungen, egal welchen Baujahres, gilt ebenfalls Wahlfreiheit. 

Gebäude, die nicht dem Wohnen dienen (zum Beispiel Büro- oder Verwaltungsgebäude, Gewerbe- oder Einkaufszentren) benötigen einen so genannten "Energieausweis für Nichtwohngebäude". Dieser unterscheidet sich vom Ausweis für Wohngebäude vor allem dadurch, dass auch die Energiebedarfe für die Lüftungs- und Klimaanlage sowie die Beleuchtung des Gebäudes in den Energiekennwert einfließen. 

Ausstellung und Kosten

Nur Fachkräfte mit besonderer Aus- und/oder Weiterbildung sowie Berufspraxis dürfen Energieausweise ausstellen. Das sind beispielsweise Ingenieure, Architekten und Physiker. Aber auch geprüfte Energieberater im Handwerk, Handwerkmeister verschiedener Gewerbe, bestimmte Techniker, Bauvorlageberechtigte nach Landesbauordnung und „Vor-Ort-Energieberater“ sind ausstellungsberechtigt.

Sachverständige aus der Region finden Sie in unserer Expertenliste.

Weitere Informationen

In Kooperation mit dem Projekt Altbau.Neu ist zu dem Thema "Energieausweise für Wohngebäude" ein umfassender Flyer entstanden. 

Sie finden ihn hier.