Solarpanel

Wärmedämmung - fünf Mythen auf dem Prüfstand

Hartnäckige Vorurteile und Ihre Entkräftung

Sie halten sich oft nachhaltig: Vorurteile und Mythen. So auch beim Thema Wärmedämmung. Immer wieder sorgen Fehlinformationen für Verunsicherung und Fragen. Wir haben einige Punkte aufgegriffen und auf den Prüfstand gestellt.

Dämmung lohnt sich nicht

Einige Investitionen in Modernisierung und energetische Sanierungen erscheinen zunächst teuer. Auf den ersten Blick amortisieren sie sich erst nach vielen Jahren. Doch die Bewertung sollte nicht zu vorschnell erfolgen. Steigende Energiepreise machen Modernisierungen immer schneller lukrativ. Zudem erhöhen sie ab Tag 1 den Wohnkomfort und führen zu einer Wertsteigerung der Immobilie. Viele Dämmmaßnahmen lassen sich auch mit ohnehin anstehenden Instandhaltungen kombinieren und werden so wirtschaftlicher. Und schließlich helfen auch viele Förderprogramme bei der Finanzierung und schnelleren Amortisation der Investition.

Je dicker desto besser

Gerade alte Häuser haben oft dickere Wände. Einige Hausbesitzer sind daher der Meinung, die Dicke des Mauerwerks sorge für eine bessere Dämmung. Im Vergleich zu dünnen Mauern haben sie tatsächlich einen kleinen Vorteil, aber der bringt noch lange keine ausreichende Dämmung. Denn entscheidend ist der Wärmedurchlasskoeffizient (U-Wert) des Materials und nicht nur die Dicke. So haben selbst 61 cm dicke Mauern beispielsweise einen U-Wert von 0,75. Der Standard für neue Außenwände liegt heute aber 0,24 W/m2K und damit deutlich niedriger. Eine zusätzliche Dämmung ist daher durchaus ratsam. Und auch beim Dämmmaterial ist nicht die Dicke entscheidend, sondern das Material. Moderne Dämmstoffe können heute mit viel geringeren Stärken den gleichen Dämmwert erreichen.

Gedämmte Wände können nicht atmen

Wände sollten auch nicht atmen. Sie sollen schützen und warmhalten. Ein Luftaustausch sollte nur durch gezieltes Lüften oder eine Lüftungsanlage erfolgen. Gemeint ist mit Atmen meist die Wasserdampfdiffusion durch das Mauerwerk. Gerade im Winter kommt es zu einem Dampfdruckgefälle zwischen innen und außen. Das kann bei Altbauten problematisch werden, wenn es aufgrund von Fehlplanungen zu Kondensatbildung und Beschädigungen des Baumaterials kommt. Bei fachkundiger Beratung und Ausführung stellt eine Dämmung kein Problem dar und hält im Gegenteil schön trocken und warm.

Dämmung führt zu Feuchtigkeit und Schimmel

Schimmel entsteht in der Regel an feuchten Wänden. Schuld ist meist zu feuchte Raumluft, die sich an kalten Stellen niederschlägt. Genau das kann eine gut ausgeführte Dämmung aber verhindern. Wichtig ist, dass keine sogenannten Wärmebrücken verbleiben, an denen sich die Feuchtigkeit sammeln kann. Gerade bei Altbauten ist daher eine kompetente Planung und Ausführung mit Hilfe eines fachkundigen Energieberaters ratsam.

Viele Dämmstoffe sind nicht nachhaltig und sogar schädlich

Heute gibt es bereits viele ökologische Dämmstoffe wie Holzfasern, Zellulose, Lehm oder Hanf. Auch Mineralwolle hat keine nennenswerten Auswirkungen auf die Umwelt. Zudem halten gut ausgeführte Dämmungen heute 40 bis 50 Jahre und lassen sich anschließend sogar demontieren und recyceln. In der Vergangenheit gab es tatsächlich einige Dämmstoffe mit Asbest oder bestimmten Flammschutzmitteln, die gesundheitsschädlich waren. Seit 2000 sind sie in Deutschland aber nicht mehr zulässig.

 

Auf den Seiten der Verbraucherzentrale NRW finden Sie weitere ausführliche Informationen dazu:  

https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/energie/energetische-sanierung/schimmel-algen-atemnot-irrtuemer-und-vorurteile-beim-waermeschutz-11560

 

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